Gebet 

Alter Steine Weisheit
Alte Sternenweisheit
Alte Weisheit
   komm zu mir.

Alter Steine Weisheit
Alte Sternenweisheit
Alte Weisheit
   ich bin hier

Alter Steine Weisheit
Alte Sternenweisheit
Alte Weisheit
   sprich zu mir.

Alter Steine Weisheit
Alte Sternenweisheit
Alte Weisheit
   ich bitte dich
,

Alter Steine Weisheit
Alte Sternenweisheit
Alte Weisheit
   erhöre mich!
 

Alter Steine Weisheit
Alte Sternenweisheit
Alte Weisheit
   ich danke dir!

Rauhe Nächte      

In den Lüften ist ein Raunen,
ein Kichern, ein Bellen, ein Wiehern und Graunen.
Ein wenig seltsam greift´s mich an,
hier draußen in dem wilden Tann´.
Die Nacht ist auch so gar nicht still,
ganz laut und krächzend tönt´s: „Wer will
als Nächstes um die Bäume jagen,
um die Häuser, um die Städte,
kommt, wir fliegen um die Wette!“
Und schon hat´s wen lang hingeschlagen,
Gejohl, Gekreische sind sein Lohn,
Gespotte – nichts als blanker Hohn.
Im Sausewind geht´s wieder los,
ich frag´ mich leis´: „Wer ist das bloß?
Wer lärmt und feixt in diesen Nächten,
die sonst nur frommes Tun uns brächten?“

Ich hab´s – die Percht zieht übers Land
Und niemand ihr je widerstand,
oder´s Ziel war für den Spaß der Bande,
weder hier noch in einem fernen Lande!
Ich wünscht´, ich wär´ mal mit dabei,
auf einem Besen mit lautem „Juchhei!“.
Da hätt´ ich Spaß, das könnt Ihr glauben,
schaut´ in die Fenster und die Gauben,
riß´ gold´nen Flitter von Balkonen,
von Bürgern, Bauern und Baronen
und rief am lautesten von allen:
„Laßt Euch die Rauhnächte gefallen!“

 

Holle, weiße Wunderfrau

Holle, weiße Wunderfrau,
Hast viele Gesichter, doch ich kenn´sie genau:
Wenn der Frühling zieht wohl übers Land,
zeigst Du uns Dein jungfräulich´ Gewand.
Und wenn im Mai die Blüten erblüh´n,
dann strotzt Du vor saftigem, satten Grün.
Wenn Elfen tanzen zur Mittsommernacht,
zeigst Du Dich in Deiner Hochzeitspracht.
Die Blütenküchlein mit Zucker bestreut
hätten auch Lady Titania erfreut.
Und kommt im Herbst die Erntezeit,
hälst Du deine schwarzen Beeren bereit.
Ihr dunkelroter, süßer Saft
gibt zur dunklen Zeit uns rechte Kraft.
Und kommt der Winter dann, der kalte,
bist Du ganz die knorrige Alte:
Während wir huldigen der Mütternacht,
hälst Du über die tote Seelen Wacht.
Holle, Du Holde, Du Heilende, Du Weise,
Gelobt sei Dein Name, gepriesen Deine Speise.
Du zeigst Dich als Junge, als Reife, als Alte
und nährst unser Feuer, vertreibst alles Kalte.

 

Sommer

Strahlend bin ich,
warm und üppig.
Ich verteile großzügig meine Gaben
an alles, was lebt.
Ich schicke meine Kraft überall hin
und lasse alles reifen.
Ich bringe Dir ein Meer aus Blüten und Farben.
Koste meine Früchte,
genieße den Schatten meiner Bäume.
Die Luft erfülle ich mit Düften und Tönen
und lasse sie flirren im Sonnenlicht.
Spürst Du die Wärme auf deiner Haut
und wie jede Pore Deines Körpers sie aufsaugt?
Ja, genieße, jetzt und hier,
lebe, sei einfach, sei! 
Verbinde Dich mit Deinen Schwestern und Brüdern
in all ihren Formen.
Genieße die Leichtigkeit, das Sein
und bewahre das Feuer des Lebens in Dir

 

 

Ich habe jüngst ein kleines Gedichtbändchen herausgebracht, das hier zum Selbstkostenpreis bestellt werden kann.

Göttinnenzyklus – 9 Texte zu mythologischen Figuren in der Göttinnentriade.

Als Geschenkidee gibt es die Gedichte auch von mir selbst gesprochen auf CD.
Heftchen – 2,- + Porto
CD – 10,- + Porto

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